Blick in Wittgensteins Vergangenheit
Museum am Rothaarsteig feierte erstmals einen Tag der offenen Tür.
Bad Berleburg. Zum ersten Mal hatte der Heimatverein Landwirtschaft und Brauchtum Bad Berleburg zu einem Tag der offenen Tür in das Museum am Rothaarsteig eingeladen. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick in die Sammlung des Museums zu werfen, das sich derzeit noch in der Übergangsphase zu einem regulären Museum befindet.
Ab 11 Uhr konnten Interessierte die Ausstellung am Sengelsberg erkunden. Das Besondere daran: Ausstellungsstücke stammen alle aus der Region und erzählen von der Lebens- und Arbeitswelt vergangener Generationen. Ziel des Vereins sei es, die Geschichte Wittgensteins lebendig zu halten und zu zeigen, wie die Menschen früher gelebt und gearbeitet haben.
Zu sehen sind in dem Museum unter anderem alte Möbel, Schreibmaschinen, Musikinstrumente, Traktoren und historische Fahrzeuge. Auch die Entwicklung der Landwirtschaft wird dargestellt. Dabei wird deutlich, wie sehr sich die Werkzeuge und technischen Möglichkeiten im Laufe der Jahre verändert haben. Besondere Aufmerksamkeit erhielt zum Beispiel ein Filmprojektor aus dem Berleburger Kino, der dort seit den 1950er Jahren bis zur Einführung der digitalen Technik im Einsatz war. Außerdem eine kunstvoll handgeschnitzte Standuhr aus dem Jahr 1937. Sie gilt als Lebenswerk des Wittgensteiner Schreiners Karl Bänfer und wurde auf Wunsch seines Sohnes Gerhard Bänfer von Berlin zurück in seine Heimat nach Bad Berleburg gebracht.


Hinter dem Museum steckt viel Engagement. Seit dem Baubeginn im Jahr 2017 und der Fertigstellung im Jahr 2021 haben die Vereinsmitglieder unzählige Arbeitsstunden investiert. Dabei konnten sie das Museum weitgehend nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten und aufbauen. Das Ergebnis ist eine Sammlung, die die Geschichte der Region repräsentiert.
Wie das Museum langfristig angenommen wird, bleibt nach Angaben des Vereins noch abzuwarten. Der Tag der offenen Tür soll zunächst dabei helfen, die Reaktion der Bevölkerung kennenzulernen. Die Verantwortlichen hoffen auf positive Rückmeldungen und planen, das Museum künftig regelmäßig zu öffnen.
Ein weiteres Anliegen des Vereins ist eigenen Aussagen nach die Suche nach Nachwuchs. Gesucht werden Menschen, die sich für Geschichte, Handwerk und die Bewahrung regionaler Kultur interessieren. Insbesondere jüngere Mitglieder seien willkommen, um die Vereinsarbeit auch in Zukunft fortführen zu können, damit Gegenstände noch für zukünftige Generationen bereitstehen.


Beim Tag der offenen Tür bestand die Möglichkeit, mit den Vereinsmitgliedern ins Gespräch zu kommen und mehr über das frühere Leben zu erfahren. Auch in den kommenden Monaten seien weitere Veranstaltungen geplant. So soll Anfang September gemeinsam mit der Kyffhäuser Kameradschaft Berleburg 1871 und dem Wittgensteiner Tross ein Sommerfest stattfinden. Darüber hinaus plant der Verein erneut eine Weinprobe.
Der Tag der offenen Tür habe bereits gezeigt, welches Potenzial in dem Projekt stecke. Mit seiner regionalen Ausrichtung und den historischen Exponaten bietet das Museum am Rothaarsteig einen Einblick in die Geschichte Wittgensteins und bewahrt zugleich wichtige Erinnerungen für kommende Generationen.
Von Merle Leser
Siegener Zeitung
Samstag, 6. Juni 2026
Bildquelle: Fotos (5) von Merle Leser
Internet: www.siegener-zeitung.de


